Nachruf Bärbel Mohr


Am 29.10.2010 hat sich meine liebe langjährige Freundin und Weggefährtin Bärbel Mohr von ihrer irdischen Existenz und Inkarnation verabschiedet. Meine Trauer darüber ist so unendlich wie das Weltall, auch wenn ich weiß, dass unsere Seelen in einer tieferen Ebene weiter miteinander verbunden bleiben.

Das Datum ihres Todestages ist unglaublich und mir in meinem Schmerz trotzdem ein gewisser Trost: Am 29.10.2010 fand ein Venustransit statt, d.h. der Planet Venus war an diesem Tag in ihrer Umlaufbahn der Erde am nächsten. Man kann es auch so sehen, dass Venus, die Göttin der Liebe, Schönheit und Weiblichkeit, Bärbel Mohr abgeholt hat; Bärbel darf jetzt mit ihr in ihrer Umlaufbahn weiterreisen! Eine schönere Symbolik für ihren Abschied – wenn er denn sein muss - kann ich mir gar nicht vorstellen. Vielleicht ist dies auch ein letztes großes Abschiedsgeschenk der geistigen Welt an Bärbel Mohr. Dies tröstet mich, auch wenn ich sie in meiner irdischen Existenz und als eine treue Wegbegleiterin hier auf Erden unsagbar vermissen werde.

Bärbel Mohr hat mit ihrer Liebe zu den Menschen und mit ihren visionären Gedanken und Texten in ihren Büchern, Vorträgen und Seminaren viele Menschen hier auf Erden erreicht, beeinflusst und nachhaltig geprägt; sie hat neue Erfahrungen angeregt, aufgezeigt, welche Möglichkeiten wir Menschen haben und maßgeblich dazu beigetragen, dass viele ihren spirituellen Weg leichter finden konnten. Dabei war sie trotz alledem – wie wir anderen auch – ein Mensch und damit, vor allem in ihrer schweren Erkrankung, mit ihrer ganz persönlichen Menschlichkeit konfrontiert.

Menschen, die wie Bärbel Mohr im Licht der Öffentlichkeit stehen, dürfen sich mit verschiedenen Meinungen, Tendenzen und manchmal auch Kritik auseinander setzen; sie werden umschwärmt, belagert, beneidet, beobachtet und allgemein viel diskutiert. Dies liegt in der Natur der Dinge – wer im Rampenlicht steht, der wird „stark ausgeleuchtet" und ist weithin sichtbar, manchmal hochgejubelt, manchmal abgewertet. In unserer westlichen Gesellschaft gilt Kraft, Stärke und Durchsetzungsfähigkeit meist als alleiniges Merkmal für ein erfolgreiches Leben. Für mich ist jedoch der Mensch wahrhaft mutig, der sich mit seinen persönlichen Unzulänglichkeiten, Eigenheiten und Schattenseiten - ob körperlich, geistig oder seelisch - auseinander setzt und zu ihnen steht. Dieser Denkansatz ist vor allem in östlichen Philosophien und Religionen zu finden, und dies ist auch meine Überzeugung.

Bärbel Mohr wurde abgeholt, obwohl sie gerne noch bleiben wollte; sie hinterlässt einen Ehemann, zwei Kinder und ein reich gefülltes Leben – dass es unter solchen Umständen schwer ist zu gehen, liegt auf der Hand. Vielleicht hat Bärbel Mohr aber durch diesen schwierigen Weg unendlich viel gewonnen, an Weisheit und innerer Reife und Stärke. Wir Menschen sind zu menschlich, um das wahre Ausmaß eines Lebens mit seinem dadurch gewonnenen Erfahrungsschatz und sämtlichen Konsequenzen daraus zu überblicken und zu bewerten. Ein Urteil darüber sollten wir deshalb auch ausschließlich der geistigen Welt überlassen.

An dieser Stelle möchte ich Bärbels  Eltern, Ihrem Mann Manfred, Ihren beiden lieben Kindern und Ihren nahen Verwandten meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen.

Lasst uns in diesem Sinne das Andenken von Bärbel Mohr in unseren Herzen bewahren und ehren und sie so in Erinnerung behalten, wie sie war – eine kreative, liebevolle und zutiefst menschliche Person, die ihre ganz persönliche Überzeugung und Begeisterung dem Dienst an den Menschen gewidmet und unendlich viel Licht, Freude und Bereicherung in das Leben zahlreicher Menschen getragen hat.

 
Ramona Rosenstern